beschissene visionen

die german privacy foundation hat kundgetan, dass mobile endgeraete mehr in die http header packen, als erforderlich. angeblich wird die telefonnummer mit zusaetzlichen, aber unterschiedlichen headern an den webserver mitgesendet. der satz am ende des artikels (“Welche Anwendungen fallen euch für die Nutzung dieser Information ein?“) hat mich gleich wieder phantasieren lassen. die ergebnisse muss ich hier nicht breit treten. da duerfte jeder genuegen eigene phantasie haben um sich entsprechende szenarien auszumalen.

seit laengerem geistert mit der gedanke im kopf rum, dass das ganze IPTV geraffel ueber breitbandige dsl leitungen ja auch nur erfunden wurde, um “einen besseren einblick” zu haben. verlaesslichere einschaltquoten, auf den endkunden zugeschnittene werbung, totale kontrolle durch DRM verseuchtes material. der staat foerdert den ausbau der breitbandnetze, um so “in jedes haus zu kommen” und die medienkonzerne reiben sich die haende aufgrund der moeglichen “verdienste”.

irgendwie wollen das medium fernsehen und internet aber doch nicht so richtig zusammen spielen. die hardware hersteller haben zwar schon einige loesungen in petto, aber die fuzzies der medienkonzerne habens noch nicht geblickt. “Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) beklagt mögliche ‘parasitäre Nutzung’ bei Fernsehern, die mit eingeschränkter Internetfähigkeiten die Nutzung von Zusatzanwendungen erlauben.” mir als endkunde in diesem fall stellt sich die frage, warum die idioten wieder nur “eingeschraenkte internetfaehigkeit” einbauen… aber naja.

der “Bereichsleiter Medienpolitik bei RTL bezeichnete die Technik dagegen als problematisch: ‘Wenn ich neben einer werbefreien RTL-Nachrichtensendung eine Applikation mit Werbung starten kann, entgeht uns Geld.’ Für diese Konstruktion brauche es eine politische Lösung […] So dürften die Sender nur 12 Minuten Werbung pro Stunde zeigen und in diverse Formate gar keine Spots einblenden. Die Telemedienanbieter dürften dagegen theoretisch “60 Minuten pro Stunde, 24 Stunden am Tag neben jedem Format und in jeder Form” Dauerwerbung betreiben“. die sender haben ja mittlerweile schon ein paar billige tricks auf lager, um den zuschauer trotz laestiger werbung vor der glotze zu halten zu wollen (auf die – so hoffe ich mal – nicht mal die halb-hirntoten-otto-normal-gucker reinfallen). das mit der vernetzung der moeglicherweise entstehenden daten haben die also noch nicht kapiert. das ist vielleicht auch gut so. viel zu einfach waere es, einem nutzer, der die werbung waehrend einer fernsehsendung mit dem wetterbericht ueberbruecken will die auf ihn zugeschnittene werbung einzublenden. wenn das “wetter widget” draussen minus drei grad anzeigt, kann man doch einfach werbung fuer eine urlaubsreise in die suedsee einblenden.

bisher haben die wahrscheinlich nur noch keine aktien drin bei den herstellern solcher moechtegern internetfaehiger geraete. verkauft doch einfach bundles aus “Fernsehern mit eingeschränkter Internetfähigkeiten zur Nutzung von Zusatzanwendungen” zusammen mit eurem “RTL net”, DSL und IPTV. dann liegt es in eurer hand, “Zugleich [..] Rechteinhaber auch gegen eine ‘mittelbare Ausnutzung ihrer Rechte und Leistungen’ zu schützen” und einen dabei den groesstmoeglichen reibach zu machen. zur abrundung des ganzen: ein zusaetzlicher mobilfunkvertrag mit smartphone und den entsprechenden auswertungsmoeglichkeiten (siehe anfang des posts) bringt bei der abendlichen fernsehsession dann noch die passende werbung zu den tagsueber und unterwegs angesurften webseiten.

hey… und webcams muessen in den fernseher. gepaart mit ipv6 haette der staat sicherlich auch interesse daran.

bei dem gedanken wird mir schlecht. das alles ist garnicht so abwegig.

29. January 2010 by sd
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One Comment

  1. …hey… und webcams muessen in den fernseher. gepaart mit ipv6 haette der staat sicherlich auch interesse daran….

    doppelplusgut

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