richard joos, chefredakteur von macnotes.de hat mir aus der seele geschrieben. schon laenger wollte ich genau so einen artikel schreiben… aber besser haette ich ihn nicht hinbekommen. in fast allen vielen punkten muss ich richard absolut zustimmen. “es gibt fuer alles eine app” hatte ich u.a. hier schon kurz thematisiert und mich darueber ausgelassen, wie sehr die nicht-app-nutzer im vorteil sind. wenn man sich die zunehmende verbreitung von apple’s iphone und anderen produkten anschaut, laesst das nichts gutes vermuten. mit grauen denke ich an die immer noch nicht ausgestorbene spezies aol user, ueber die ich mich so gerne aufrege und male mir aus, wo das dank “apps” in ein paar jahren hinfuehren koennte. das monster apple verbloedet mit seiner gelddruckmaschine zusehends das internetvolk. andere firmen folgen dem prinzip in der hoffnung, auch ein stueckchen vom grossen kuchen ab zu bekommen und die nutzer lassen sich schoen einlullen.

ich will nicht behaupten, dass ich nicht mit von der partie waere, wenn ich ein iphone besaesse, aber der ich bin sicherlich auch nicht repraesentativ fuer die masse. ausgewaehlte apps haette ich installiert und auch grosse freude an dem flutschig-fluffigen telefon. ich denke hin und wieder mal daran, mir doch noch eins zuzulegen… ich muss ganz ehrlich zugeben… das haben die echt gut gemacht.

alle schlatjahre verirre ich mich auch mal auf die seite von german-bash.org. da gabs neuigkeiten zum ipad:

[Grondarius] kann man das neue ipad falten?
[DragonDNS] Ne, aber knicken kannste es

ueber das ipad wurde ja wahrlich genug geschrieben. meist nur bezogen auf irgendwelche fehlenden stuecke hardware oder irgendein flash zeugs, den niemand braucht.

die faz schreibt mir aus der seele:

Das iPad ist also kein Computer im Sinne einer Universalmaschine mehr, sondern eine Abspielplattform für die Inhalte der Medienkonzerne. Das iPad macht aus dem Two-Way-Web wieder eine Einbahnstraße und zwar eine, für deren Nutzung gezahlt werden muss.

Das führt letztlich zur Entmündigung der Nutzer. Der für das soziale Netzwerk Twitter arbeitende Autor und Programmierer Alex Payne, eigentlich ein Mac- Enthusiast, formuliert es drastisch: „Was mich am meisten am iPad stört, ist dies: Hätte ich als Kind anstelle eines richtigen Computers nur ein iPad gehabt, wäre ich nie ein Programmierer geworden.“ Möglicherweise läutet das iPad das Ende einer „Hacker-Ära“ ein und entmündigt uns mit klinisch reinen Anwendungen, die zwar praktisch sein mögen, aber jede Kreativität im Keim ersticken. Für mich jedenfalls steht fest: Ein Computer, auf dem keine einzige Programmiersprache läuft, ist kein Computer, sondern eine Fernbedienung.

wie recht er hat…

zu apples taktik gehoert auch das mitwirken der “fans”, da sie selbst anscheinend nicht mehr kreativ genug sein koennen? nee… natuerlich wollen die den leuten ja nur das verkaufen, was sie auch wollen. pff.

wer auf den zug aufspringen will: macnotes.de sammelt fuer apple tolle ideen, was am ipad verbessert werden kann. als dank dafuer kann man das ipad gewinnen, das man eigentlich nicht haben will.

und noch zu der zahl im titel: da lag ich knapp daneben. die suche nach ipad in google bringt “ungefähr 24.500.000″ ergebnisse. *kopfschuettel*

fuer alles gibts ne app heissts ja immer so schoen. wow… prima, fuer stern.de gibts auch ne app. allszu aufgesprungen auf den zug und fleissig in die maschine itunes store apps reingestellt. und weil alle immer apple was nachmachen muessen, gibts auch schon eine fuer android. immer hip und moeglichst viele davon draufgeballert aufs handy.
und die anderen “mobilen internet nutzer”? tschja… die schauen nicht etwa in die roehre. die nehmen einfach den browser um aufs mobil portal von z.b. stern.de zu surfen. und man stelle sich vor: man kann mit dem browser auch auf andere webseiten, die fuer “mobile nutzung” optimiert sind. das ist nicht alles, denn man kann sich eigentlich fast jede webseite mit so einem browser ansehen. ok, einige sehen damit nicht wirklich prickelnd aus, aber fuer die gibts ja auch noch keine app. eigentlich ganz schoen clever so ein browser. und man muss dafuer nicht mal (evtl.) was kaufen, itunes runterladen, installieren, itunes nutzen (muessen), app runterladen, kabel anstoepseln und app installieren. super, oder?
ok, ich hab z.b. die stern app noch nie gesehen. vielleicht kann mir jemand erklaeren, was die app zu einer app macht, die ich haben muss (wenn ich ein iphone haette)? vorausgesetzt natuerlich, ich wuerde ueberhaupt auf der stern.de webseite lesen wollen.

und ich dachte, die sache mit dem “magisch” waere der feder der bild zeitung entsprungen. apple behauptet aber selbst, es waere magisch und auch noch revolutionaer dazu:

besonders lustig fand ich einen satz im kaum lesbaren kleingedruckten des newsletter:
Dieses Gerät setzt eine Zulassung der amerikanischen Kommunikationsbehörde (Federal Communications Commission) voraus, die bisher noch nicht erteilt wurde. Bis zur Erteilung dieser Zulassung darf und wird es nicht zum Verkauf oder zum Leasing angeboten oder verkauft oder verleast werden.

unter dem gesichtspunkt des kohlescheffelns kann ich den marketing fuzzie von adobe verstehen, dass er sich aufregt weil das ipad (angeblich) kein flash kann.

aus sicht eines notebook nutzers kann ich nachvollziehen, dass apple kein flash auf dem ipad will. wie sonst kommen die auf 10 stunden akkulaufzeit? wenn ich mir mal die cpu auslastung meines notebooks ansehe (screenshot nebenan), weiss ich, warum der akku manchmal garnicht lange halten will. die cpu last kommt groesstenteils vom browser bzw. vom verwendeten flash auf den webseiten. um effektiv zu surfen habe ich halt immer ein paar tabs offen. alles “ganz normale” seiten “mit etwas werbung in flash”.

flash hin oder her. sicherlich gibts brauchbare anwendungsgebiete dafuer. leider wird flash permanent missbraucht, um dem user total laestige auffaelige werbung unterzuschieben. irgendwelche “webdesigner” meinen auch noch, ganze webseiten mit flash umsetzen zu muessen. aber die haben den schlag ja eh nicht gehoert.

UPDATE: um zu sehen, wie webseiten auf dem ipad dargestellt werden oder einfach nicht mehr von dieser laestigen flash kacke belaestigt zu werden, kann man sich z.b. fuer den firefox einen flash blocker installieren. das coole daran ist, dass anstelle der flashdinger ein play button eingeblendet wird, mit dem man bei bedarf den kram doch noch “abspielen” kann.

mein statement zu apples neuem ipad: ich bin enttaeuscht. mehr brauch ich nicht zu schreiben.. das haben andere schon zu genuege. eine kleine auswahl:
http://blog.kooptech.de/2010/01/warum-das-ipad-floppen-wird/
http://scobleizer.com/2010/01/28/a-16-year-olds-view-of-apples-ipad-ifail/
http://www.fool.co.uk/news/investing/company-comment/2010/01/28/apples-ipad-iwinner-or-iflop.aspx
http://daviemarshall.wordpress.com/2010/01/28/the-ipad-itll-be-an-iflop/
http://philosophicminstrel.blogspot.com/2010/01/introducing-iflop.html

die “bild” ist aber wiedermal obergenial. da ist das ipad schon “magisch”:

UPDATE: aber vielleicht verstehe ich bloss noch nicht die geilheit dieses geraetes. wenn einer wie steve jobs sagt, dass das teil sein lebenswerk sein soll, so muss es doch anreize haben, die wir bisher nicht kennen oder nicht zu wuerdigen wissen.

das bild zeigt eine werbeanzeige von msn oder sowas. der kram scheint auch noch ernst gemeint zu sein, wenn ich mir die berichte (oder hier in englisch) durchlese. makaber auch der “weiterfuehrende link” auf der webseite der “chip” : “Apple iPhone: Die besten Apps des Jahres 2009″
nutzen die soldaten in afghanistan eigentlich das “feindliche mobilfunknetz”?

ich lach mich schibbelig…. iPhone-Fans zeigten Symptome des Stockholm-Syndroms

In ihrem Text führt Strand Consult 20 Mängel des iPhones auf, die dessen Anhänger ihrer Meinung nach nicht wahrnehmen wollen. Dazu gehören unter anderem das Fehlen von Java und MMS-Versand, die Unmöglichkeit des Akkuwechsels sowie die Kontrolle Apples über die auf dem Gerät installierbaren Anwendungen. iPhone-Anhänger verteidigten Apple gegen Kritik an diesen Defekten ähnlich wie die Stockholmer Gefangenen ihre Geiselnehmer, argumentieren die Berater.

und dann die kommentare dazu im forum. eigentlich wollte ich was im fersehen schauen… aber das is ja viel besser.

und noch eine geschichte zu dem update snow leopard… oder eben auch nicht. je nachdem , wie man es sieht.
das wlan wollte nicht mehr so, wie es sollte. im wechsel ping zeiten unter aller sau, timeouts und dann gings doch wieder flott. viel sucherei bei google ergab auch viel schrott. sinnlose hinweise wie “den dns server fest eintragen”, “wpa kennwort rausloeschen und neu eingeben” bis hin zu irgendwelche configfiles loeschen und neu booten oder einen “pram reset” machen verliefen im sande. die ganz sinnlosen tricks aus der voodoo kiste hab ich gleich weggelassen. die plausibleren tips habe ich korrekt nach anleitung durchgefuehrt… ohne aenderung am resultat.
nachdem ich dann mal aus verzweiflung kismac hab laufen lassen, stellt ich fest, dass sich in der luft in meiner umgebung vieles getan hat. die ganzen nachbarn scheinen neue wlan router zu haben, die auf einmal alle auf kanal 6 senden. also flux den eigenen access point umgestellt und siehe da – es geht wieder einwandfrei. was das ganze aber jetzt mit dem softwareupdate zu tun hat? 10.6.x scheint auf jeden fall etwas stoerempfindlicher zu sein.