vorsicht kunde: vodafone kundenrueckgewinnung

wenn die c’t alles drucken wuerde, was sie monat fuer monat in der rubrik “vorsicht kunde” rein bekommt, koennte der verlag sicherlich alle vier wochen ein paar dicke baende drucken.

das habe ich von einem Freund bekommen:

Ich habe meinen Vodafone Mobilfunkvertrag fristgemäß zum 11.08.2014 gekündigt. Auf die Gründe dafür gehe ich hier nicht weiter ein, denn das ist ein gänzlich anderes Thema und wenn ich davon anfange rege ich mich nur noch mehr auf.

Mit der Kündigung und der durch Vodafone erfolgten Bestätigung sollte der Fall erledigt sein, dachte ich. Ich bin manchmal aber auch einfach zu naiv. Anfang Juni ging es dann los. Anrufe von Nummer +49 172 1274622. Kurze Anfrage bei Google: die Vodafone Kundenrückgewinnung. Als ich dann einen Anruf entgegen genommen habe kam eine Bandansage, dass ich doch bitte anrufen möchte. Diese Anrufe erhielt ich bis zu sieben mal! am Tag. Nach einer Weile habe ich angefangen die Gespräche anzunehmen aber nicht zu antworten sondern das Telefon einfach bei Seite zu legen oder meine Hosentasche telefonieren zu lassen. Nach 2 Wochen kam dann nicht mehr die erwähnte Bandansage sondern eine menschliche Stimme aus dem Lautsprecher. Hat mich nicht davon abgehalten die Gespräche abwechseln weg zu drücken oder anzunehmen und das Telefon weiterhin weg zu legen. Wenn man jetzt glaubt, die Gegenseite hätte es kapiert – Fehlanzeige, allerdings hat sich die Anrufzahl auf 5 Anrufe
täglich reduziert. Nach 4 Wochen war der Spuk dann vorbei und es erfolgten keine weiteren Anrufe mehr von der Kundenrückgewinnung. Bis heute. Plötzlich Anrufe von Nummer +49 172 1218114 – Laut Google ebenfalls die Kundenrückgewinnung von Vodafone. Heute zwischen 09:00 und 11:00 bereits vier mal. Bisher habe ich die Anrufe nicht mit bekommen oder weg gedrückt. Aber Vodafone hat sich etwas an Frechheit nicht zu überbietendes einfallen lassen. Leuchtet doch plötzlich eine Aufgabe auf meinem Telefon auf (ich nutze Aufgaben gar nicht)

Ich finde es mehr als Bedenklich, dass ein Mobilfunkprovider von mir unbemerkt und ungefragt Aufgaben in meinem Telefon hinterlegen kann.

Dass sich Kalendereinträge für Google Kalender einfach so auf einem Telefon hinterlegen lassen ohne das der Benutzer gefragt wird wusste ich und hatte auch schon viel Spass damit (Termine bei Freunden zu unmöglichen Zeiten klingeln zu lassen) Aber Aufgaben ist mir neu, ausserdem erfolgte das hier mit ziemlicher Sicherheit über das Mobilnetz, denn das Telefon ist mit keiner Vodafone bekannten E-Mailadresse asoziiert. Ich habe also keine Möglichkeit etwas dagegen zu unternehmen – mal abgesehen davon das Telefon auszuschalten oder Mobilfunk abzuschalten aber wozu dann noch ein Mobiltelefon?

unbelievable! die wissen echt, wie man die kunden los wird und sich dauerhaft vom hals haelt.

soooooooo suess…

seit kurzem spiele ich mit einem raspberry pi und xbmc rum. da ich eine grosse tastatur an dem geraet albern finde, habe ich mir eine kleine besorgt. um ab und zu mal in der suchfunktion ein paar buchstaben einzutippen reicht das vollkommen. auf jeden fall besser als mit der bildschirmtastatur.

20140827_fb1

und die ist sooooooo suess. hat auch ein touchpad mit an board. weiterhin einen akku (zu laden ueber mini usb) und beleuchtete tasten, damits auch im dunklen klappt. und wenn man sie rumdreht, hat man auch noch eine minimal-fernbedienung. (ich weiss noch nicht, ob das auch ueber das 2,4ghz dingens geht, oder zu dem infrarotteil der fb gehoert – nen empfaenger brauch man dann natuerlich noch.)

20140827_fb2

hab ich schon gesagt, dass die soooooo suess ist? 😉

automx and multiple domain names

in meinem ersten beitrag zu automx hatte ich ganz zum schluss geschrieben, dass es der autodiscover funktion von microsofts outlook noch ein bischen erklaerung bedarf. da die tage auf der automx mailingliste diese frage auftauchte, poste ich meine kurze antwort auch mal hier…

das wesentliche steht in einem technet blog.

autodiscover in seiner urspruenglichen variante fragt einen webserver nach den konfigurationsdaten fuer outlook ab. dabei wird der domainpart (microsoft nennt das “smtpdomain”) der mailadresse genutzt und in dieser reihenfolge nach der konfiguration gesucht:

https://<smtpdomain>/Autodiscover/Autodiscover.xml
https://autodiscover.<smtpdomain>/Autodiscover/Autodiscover.xml
http://autodiscover.<smtpdomain>/Autodiscover/Autodiscover.xml

fuer betreiber mehrerer domains (z.b. hoster) ist das mit dem ssl etwas schwierig, da fuer jede dieser domains ein eigener vhost mit einem eigenen zertifikat eingrichtet werden muesste. die variante ohne ssl verschluesselung will man nicht nutzen, da es um sensible daten geht.

seit outlook 2007 ist ein neues feature zum autodiscover mechanismus dazu gekommen, welches es mittels eines SRV dns eintrages erlaubt, eine weiterleitung zu einem autodiscover server zu machen, der z.b. nicht der “smtpdomain” der emailadresse entspricht. an der urspruenglichen reihenfolge des mechanismuses aendert sich nichts – der SRV record wird zum schluss abgefragt:

https://<smtpdomain>/Autodiscover/Autodiscover.xml
https://autodiscover.<smtpdomain>/Autodiscover/Autodiscover.xml
http://autodiscover.<smtpdomain>/Autodiscover/Autodiscover.xml
SRV record query for _autodiscover._tcp.<smtpdomain>

ein beispiel von der microsoft seite, wie dieser mechanismus greift:

    1. Autodiscover sendet an “https://contoso.com/Autodiscover/Autodiscover.xml”. Hierbei tritt ein Fehler auf.

    2. Autodiscover sendet an “https://autodiscover.contoso.com/Autodiscover/Autodiscover.xml. Hierbei tritt ein Fehler auf.

    3. Autodiscover führt die folgende Überprüfung auf automatische Umleitung durch:
    GET http://autodiscover.contoso.com/Autodiscover/Autodiscover.xml
    Hierbei tritt ein Fehler auf.

    4. Autodiscover verwendet die DNS-SRV-Suche für “_autodiscover._tcp.contoso.com”, und es wird “mail.contoso.com” zurückgegeben.

    5. Der Benutzer wird von Outlook aufgefordert zu bestätigen, dass Autodiscover weiterhin an “https://mail.contoso.com/autodiscover/autodiscover.xml” senden soll.

    6. Die POST-Anforderung von Autodiscover wird erfolgreich an “https://mail.contoso.com/autodiscover/autodiscover.xml” gesendet.

outlook bringt dann aber eine etwas unschoene meldung:

20140823_autodiscover

dazu gibt bei microsoft auch was zu lesen.

was auch unschoen ist: mit allen von mir getesteten outook versionen bekommt man nach dem autodiscover keine auswahl zwischen pop3 und imap (wenn man beides anbietet), sondern es wird der erste eintrag genommen. bei einem mailclient wie z.b. thunderbird kann man zwischen den beiden protokollen auswaehlen, wobei hier das erste in der autoconfig “auslieferung” der default wert ist. wer seinen benutzern imap als default anbieten will und den outlook nutzern pop3, der muss sich zwei instanzen von automx einrichten. dank verschiedener urls fuer outlook und den rest der welt stellt das kein problem dar. und es gibt sehr viele gute gruende, seinen outlook nutzern undbedingt pop3 statt imap vorschreiben zu wollen.